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Das Dorf Kaldauen (Aufsatz von 1956)

Kaldauen liegt etwa 5 km östlich von Sieburg. Es wird im Norden von den Abhängen des Lendersberges , im Osten vom Hümerich und im Süden von der Sieg begrenzt. Symmetrisch liegt es an der Straße, die von Siegburg-Stallberg nach Seligental führt. das zum Ort gehörende Gelände beträgt etwa 7-8 qkm. Im Jahre 1900 betrug die Einwohnerzahl noch ungefähr 600, heute hat sie sich fast mehr als verdoppelt.

Trotz des rapiden Anwachsens in jüngster Zeit blickt der Ort auf eine lange Entstehungsgeschichte zurück. Die bei Ausgrabungen am Lendersberge gefundenen Scherben, Töpfe und der Töpferofen sollen aus der Pingsdorfer Periode stammen, folglich muß der Ort schon zur Zeit Karls des Großen bestanden haben, und die Deutung des Namens Kaldauen, früher Chaldowa als „der Kelten Au" dürfte insofern richtig sein, als die Kelten das Gebiet des heutigen Kaldauen schon besiedelt hatten. Die Urkunde, in welcher das Dorf zum erstenmal erwähnt wird, gehört dem Jahre 1071 an und bezieht sich auf die Grenzen und die Strafgerichtsbarkeit auf den Dörfern der Abtei Siegburg. Selbst einige Metallgruben gehörten damals zum Gebiete Kaldauens; daneben wurden Quarz, Torf, Braunkohle und Ton gewonnen, letzterer, der sog. blaue Ton, wurde sogar nach Holland verfrachtet. Auch ein großes Naturalvermögen von 400 Morgen Wald und 80 Morgen Land brachte den Naturalberechtigten manchen Nutzen; sein Ursprung gehe auf das Jahr 1581 zurück.

An der Nordseite Kaldauens führte die Poststraße, auch Rheinische Kaufmannsstraße genannt, vorbei. Sie verlief von Köln aus in Richtung Siegburg dem Stallberg entlang, führte am Fuße des Lendersberges und dem nördlichen Höhenrücken vorbei, überquerte bei Seligental die Sieg und setzte sich in Richtung Hennef über Uckerath bis Frankfurt a. M. fort.

Auf dieser Straße wickelte sich der Handelsverkehr der Kaufleute ab, die von Köln bis zur Donau zogen. Neben diesem friedlichen Wirken sah man auch die Kriegszüge Cäsars, des Drusus und Tiberius, die gegen die Sigambrer zu Felde zogen. Während des 30-jährigen Krieges (1618 - 1648) marschierte der schwedische General Baudissin mit seinen Truppen aus Richtung Frankfurt kommend über die alte Poststraße. Er ließ die Seligentaler Siegbrücke zerstören und Kaldauen in Schutt und Asche legen. Nachdem sich das Dorf langsam von den Schrecken des Krieges erholt hatte und wieder aufgebaut war, wurde es im Jahre 1689 durch die Truppen des Generals d'Asfeld erneut niedergebrannt.
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